Den Hospizverein im Landkreis Freyung-Grafenau e.V. vorgestellt
Informationen beim CSU-Ostsee-Stammtisch Schönberg
(Schönberg) Im Rahmen des November-Stammtisches hat der Sprecher des CSU-Ostsee-Stammtisches Schönberg, Altbürgermeister Peter Siegert, einen interessanten Vortrag über den Hospizverein im Landkreis Freyung-Grafenau e.V. organisiert. Der Kontakt kam über das Stammtischmitglied und ehrenamtlichen Hospizhelfer, Hans-Jürgen „Bubi“ Klose zustande.
Die Koordinatorin für die palliative, pflegerische und psychosoziale Beratung des gemeinnützigen Vereins, Frau Silvia Wagner-Meier, informierte die 45 anwesenden Mitglieder über den Hospizverein, der alles fördert, was Menschen ein würdevolles, individuelles und möglichst schmerzfreies Sterben zuhause oder in einer vertrauten persönlichen Umgebung ermöglicht. Der Verein ist unabhängig, weltanschaulich nicht gebunden und ist dennoch den Grundsätzen der christlichen Nächstenliebe verpflichtet.
In ihrem sehr informativen und kompetenten Vortrag erläuterte Frau Wagner-Meier, dass das Sterben eine besonders schutzbedürftige Lebensphase ist. Es geht um Endgültigkeit, bei der es kaum Raum für ein Handeln auf Probe gibt. Es bedarf deshalb eines hohen Maßes an ethischer und persönlicher Reflexionsbereitschaft. Hierauf wird in der Befähigung der Ehrenamtlichen besonders geachtet. Ehrenamt und Professionalität ergänzen sich. In der ehrenamtlichen Vereinsarbeit sind Kompetenz, Selbstsorge, Selbstpflege und ein offener Austausch im geschützten Rahmen sehr wichtig. Daher legt der gemeinnützige Verein Wert auf eine Aus- und Weiterbildungsqualität sowie Supervision. Die ehrenamtlichen Sterbe- und Trauerbegleiter unterliegen der Schweigepflicht.
Dabei wird die Kultur des Sterbens und des Lebens gepflegt und es wird die Lebensqualität nicht von außen bewertet, sondern akzeptiert die Art des individuellen Lebens und Sterbens. Die Hospizkultur in der täglichen Begleitung heißt: diese wird getragen von der Fähigkeit, sich zurückzunehmen und auszuhalten; der gegenseitige Respekt und der wertschätzende Umgang mit allen Beteiligten ist wesentlich. Die Hospizarbeit schließt aktive Sterbehilfe aus.
Die Hospizarbeit ist auf drei Säulen aufgebaut, so Frau Wagner-Meier:
- der Lebensbegleitung
- der Sterbebegleitung und der
- Trauerbegleitung
Das Engagement des Hospizvereins ist, sterbende Menschen sowie deren An- und Zugehörigen in ihrer persönlichen Lebenssituation zu beraten, zu begleiten und zu unterstützen. Sterbenden wird eine ganzheitliche Unterstützung so auch palliativpflegerischer Beratung gegeben. In dieser Grenzsituation wird ein achtsamer und aufrichtiger Umgang mit Krankheit, Abschied, Sterben, Tod und Trauer gepflegt.
Das Engagement des Hospizvereins versteht sich so, dass jeder künftig so behandelt wird, wie er das will – auch wenn er sich einmal nicht mehr selbst äußern kann. Daher informieren die Hospizhelferinnen- und Helfer gezielt und eingehend über Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung.
Die Angebote bei Verlust und Trauer sind: Einzelgespräche, Trauergruppen, verwaiste Eltern und Kinder, Sternenkinder, Angehörige nach Suizid, Lichtblick-Café und Trauerwandern.
Das Engagement der ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Begleiter ist die tragende Säule und damit wesentlicher Bestandteil der Hospizarbeit. Die Hospizbegleiter bringen unentgeltlich Zuwendung und Zeit, Lebenserfahrung und Kraft, Respekt und Mitgefühl ein. Sie kommen aus unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbereichen.
Die Hospizbegleiter werden im Rahmen ihrer Qualifizierung in unterschiedlicher Kompetenz, wie Kommunikation, Selbsterfahrung und Umgang mit Sterben, Tod und Trauer befähigt und werden in ihrem Ehrenamt und Engagement durch Supervision, Regionaltreffen und Aus- und Fortbildung, begleitet.
Peter Siegert danke zum Schluss der Hospizkoordinatorin, Frau Silvia Wagner-Meier, mit einem Blumenstrauß für ihren höchst interessanten, informativen und engagierten Vortrag. Als Zeichen des Dankes und der Anerkennung des Hospizdienstes der ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter im Hospizverein im Landkreis Freyung-Grafenau e.V., organisiert Peter Siegert kurz entschlossen unter den Anwesenden eine Spendenaktion und konnte so Frau Wagner-Meier einen dreistelligen Betrag als Spende übergeben.
Ein besonderes Schmankerl hob sich Peter Siegert bis zum Schluss auf, als er dem Stammtischmitglied Hans-Jürgen „Bubi“ Klose, der ehrenamtlicher Hospizbegleiter im Landkreis ist, zur Ehrung mit der hohen Auszeichen des „Weißen Engels“, mit einer Schönberger Spezialität im Namen des CSU-Ostsee-Stammtisches gratulierte, die dieser im Oktober aus den Händen von Rainer Hutka, Amtschef des Bayerischen Gesundheits- und Pflegeministerium und von Regierungspräsident Rainer Haselbeck überreicht bekommen hat (siehe PNP FRG-REGIONAL vom 06. Oktober 2025).
